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Directional Picking Part 2

von Ben Madwitch

 

In Part 1 lag der Fokus darauf, das allgemeine Prinzip von Directional Picking zu erklären. Jetzt, wo Du das Prinzip kennst, konzentrieren wir uns in Part 2 auf die Anwendung, d. h. wie Du Directional Picking anwenden und mit anderen Techniken integrieren kannst. Außerdem erfährst Du noch was Du beim Üben beachten solltest, um die Technik sinnvoll und effektiv zu erlernen.

Die folgenden Übungsbeispiele sind besonders effektiv, um die Technik zu erlernen. Natürlich kannst Du diese Übungen auch in Dein Gitarrenspiel beim Improvisieren oder in Solis verwenden. Wenn Directional Picking für Dich neue ist, empfehle ich Dir mit diese Übungen anzufangen, um erstmal die Grundbewegung zu verinnerlichen und zu festigen. Aber auch wenn Du schon Erfahrungen mit Directional Picking hast, sind einige dieser Übungen perfekt, um zum einen die Synchronisation Deiner Hände zu trainieren und zum anderen um in Deinen Übungsplan etwas frischen Wind hinein zu bringen. Du kannst immer wieder neues lernen und wochenlang ein und dieselben Übungen zu üben ist uneffektiv und…langweilig. :-)

 

Übung 1

Eine Standard C-Dur Tonleiter. Einmal aufwärts und einmal abwärts gespielt. Diese Übung macht sich besonders am Anfang gut, da Du mir ihr mehrere Sachen gleichzeitig üben kannst, ohne Dich auf zu vieles konzentrieren zu müssen. Diese Übung verwenden ausschließlich die strickte Directional Picking Bewegung, so kannst Du gleichzeitig sehr gezielt die Synchronisation Deiner Greif- und Schlaghand üben. Wichtig ist, dass Du beim Abwärtsspielen mit einem Aufschlag(!) beginnst. Das wird sich am Anfang etwas komisch anfühlen, da Du es wahrscheinlich gewohnt bist immer mit einem Abschlag zu beginnen. Mit der Zeit und mit Übung wird das für Dich und Deine Hände jedoch völlig normal und Du wirst die Vorteile von Directional Picking vollkommen genießen.

 

Übung 2

Diese Übung ist ein perfektes Beispiel, wie Du die Directional Picking Bewegung einsetzen kannst und Dir somit überflüssige Bewegungen einsparst. Vom Prinzip her spielst Du die C-Dur Tonleiter in 2 verschiedenen Patterns jeweils ab- und aufwärts. In dem ersten Pattern spielst Du die Tonleiter abwärts, anschließend wechselst Du in die nächste Position der Tonleiter und spielt diese wieder aufwärts. Zu beachten ist wieder, dass das 1. Pattern immer mit einem Aufschlag beginnt.

 

Übung 3

Dieses Übungsbeispiel ist eine sehr effektive Übung um die Synchronisation Deiner Hände zu trainieren. Diesmal in B Moll und mit einem gleich bleibenden Pattern. Starte mit einem langsamen Tempo und konzentriere Dich am Anfang mehr auf Sauberkeit und Präzision Deiner Schlaghand, anstatt auf Schnelligkeit.

 

Übung 4

In dieser Übung integrieren wir Directional Picking mit der Sweep Picking Technik. Angefangen mit einem kleinen D Moll Arpeggio, geht es dann strickt die D harmonisch Molltonleiter runter und wieder rauf.

 

Tipps zum üben

Alle Übungen die Du hier findest sind jeweils in einer Tonart und auch teilweise nur in einer Lage (z. B. Übung 1). Das heißt nicht, dass Du diese Übungen nur in dieser spezifischen Tonart bzw. Lage üben kannst. Verschiebe die Übungen in alle Dir bekannten Tonarten und Lagen, um das meiste aus jeder Übung herauszubekommen. So wirst Du mit dem ganzen Griffbrett vertraut und Deine Finger gewöhnen sich daran in unterschiedlichen Lagen zu spielen.

Starte bei jeder neuen Übung mit einer langsamen Geschwindigkeit. Diese sollte so langsam sein, dass Du die Übung 100 % sauber spielst und Du dich 100 % darauf konzentrieren kannst, was Deine Hände machen. Ich empfehle Dir bei höchsten 40 BPM (bei 16tel Noten) zu starten. Nur so wirst Du später sauber und schnell spielen können – es gibt keine andere Möglichkeit oder „Wundermittel“. Alle Gitarristen mussten diesen Weg gehen. Auch ich hatte damals realisiert das ich wesentlich mehr und schneller lerne, wenn ich den überwiegenden Teil meiner Übungszeit langsam übe, anstatt immer auf hohen Geschwindigkeiten zu üben. Habe Geduld und stresse Dich nicht. Erhöhe Deine Geschwindigkeit langsam und erst wenn Du die jeweilige Übung sicher spielen kannst. Wenn Du langsam und sauber übst, machst Du nie etwas falsch. Wenn Du zu oft zu schnell übst, kann es sein, dass Du Deine wertvolle Zeit mit falschem üben verschwendest.

Versuche Dich beim Üben 100 % darauf zu konzentrieren was Deine Hände machen. Spüre jeden Ab- und Aufschlag und versuche die Bewegungen Deiner Schlaghand so gering wie möglich zu halten (u. a. genau dafür ist es notwendig, langsam zu üben, um alle Bewegungen verfolgen zu können). Versuche mit Deiner Greifhand so wenig wie möglich Druck zu verwenden. Dein gesamter Körper sollte locker und frei von Verkrampfungen oder jeglichen Druck sein.

Wenn Du diese Tipps beim üben berücksichtigst, wirst Du schneller und effektiver lernen und schon bald großartige Fortschritte feststellen. Wenn Du bisher Alternate Picking verwendet hast, versuche die Directional Picking Technik langsam in Deinem Gitarrenspiel zu integrieren. Es ist nur eine Frage der Zeit und Übung bis Du Directional Picking automatisch verwendest.

 

 

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© 2010 Ben Madwitch

 

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